Donum Vitae befindet sich außerhalb der Kirche



Nachdem Donum Vitae gegen die Weisung des Papstes und den Entscheid der Bischöfe seine Aktivitäten aufnahm um die „Tötungslizenzen“ ausstellen zu können, stellten die Bischöfe klar, dass sich der Verein nicht katholisch nennen dürfe, wenngleich die meisten, ausgehend vom Vorsitzenden der Bayerischen Bischofskonferenz, Kardinal Wetter, in lauer Haltung beschlossen „Donum Vitae“ nicht zu mißbilligen, aber auch nicht zu billigen. ‚Meisner schrieb in einer Wochenzeitung, die Initiative dürfe sich „nicht katholisch nennen“, denn sie folge nicht den Weisungen des Papstes. Donum Vitae (Geschenk des Lebens) „gefährdet die Einheit der Kirche in Deutschland“. Dyba schrieb in einer Kirchenzeitung, es bestehe kein Bedarf an „zwielichtigen“ neuen Beratungsstellen’ (DA 31.05.2000). Der Vorsitzende der DBK, Bischof Lehmann, stets bereit den Amtslaien nach dem Munde zu reden, ‚signalisierte Zustimmung, ausdrücklich hatte er „die Gründung des Landesverbandes von Donum Vitae in Rheinland-Pfalz“ begrüßt’ (DA 08.02.2000). ‚Die ausbleibende Resonanz von „Donum Vitae“ bei den Katholiken außerhalb des Gremienkatholizismus … hat die Bischöfe so wenig zu einer gemeinsamen Stellungnahme veranlassen können wie die Aufrufe von Diözesan-, Dekanats- und Pfarrgemeinderäten oder Pfarrern, „Donum Vitae“ zu unterstützen und Widerstand gegen den Papst zu leisten’ (Spieker S 245/246).

So ist es nicht verwunderlich, dass die Bischöfe von DV-Agitatoren offenbar nicht ernst genommen werden. Denn als die DBK am 20. Juni 06 feststellte: „Personen, die im kirchlichen Dienst stehen, ist eine Mitwirkung bei donum vitae untersagt“, und dass es sich bei DV „um eine Vereinigung außerhalb der katholischen Kirche“ handelt, sah das die Vorsitzende von DV in Bayern, die ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete und Diözesanrätin, Landeskomitee-Mitglied ohne basisdemokratische Legitimation, Maria Geiss-Wittmann, anders: "Wir sehen uns mitten in der Kirche" (Oberpfalznetz 29.06.06).

Dies sagt eine Frau, die als SkF-Vorsitzende gegen die Intention der Kirche die Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle des SkF Amberg, mitsamt allen Räumen und Beraterinnen, an Donum Vitae übertrug. Ebenso treulos handelte sie gegen die Interessen des SkF mit dem populären Projekt Moses, das dem Verein mit den tödlichen Scheinen Prestige verschaffen und die Spendenbereitschaft für DV fördern sollte. Ohne, dass das Ordinariat in Regensburg einschritt, jonglierte sie offenbar mit kirchlichen Einrichtungen, als wären es ihre Privatunternehmen, je nach Belieben. So teilte die Regierung der Oberpfalz mit: „Der bisherige Träger - Sozialdienst kath. Frauen - hat im Frühjahr mitgeteilt, dass die Beratungsstelle vollständig mit Räumen und Personal auf den neuen Träger DONUM VITAE in Bayern e.V. übergeht. Der Vorstand des neuen Trägers ist personenmäßig zum Teil identisch mit dem Vorstand des alten Trägers“ (Pressemitteilung Nr. 138/00, 09.08.2000). Der Aufforderung des Zentralvorstandes des SkF ihre Doppelfunktion aufzugeben kam Frau Geiss-Wittmann nicht nach. So verweigerte dieser schließlich bei der Wiederwahl die satzungsgemäß erforderliche Zustimmung. Beim Registergericht wurde ihre Funktion als Vorsitzende gerötet, d.h. sie war de facto nicht mehr Vorsitzende des SkF Amberg. Trotzdem unterschrieb sie in dieser (Doppel-) Funktion einen Leserbrief (DA 31.05.03) und sagte sogar vor Gericht wahrheitswidrig als SkF-Vorsitzende (DA 27.06.03) aus.

Auch ihre Behauptung in einem Pamphlet gegen das Ordinariat in Regensburg an die Pfarrer, die Damen und Herren im kirchlichen Dienst und die Sprecherinnen und Sprecher der Pfarrgemeinderäte (DV Pressemitteilung 10.10.08, erster Brief): „Die Laien bei Donum Vitae konnten unter größter Anstrengung das gesamte Netzwerk der katholischen staatlich anerkannten Schwangerenberatung in unserer Diözese in einem Kraftakt sondergleichen übernehmen“ ist eine glatte Lüge. Treuewidrig übertragen wurde in Bayern und somit auch in der Diözese Regensburg, allein die Beratungsstelle Amberg, alle anderen (23) verblieben bei der Kirche, 22 taten trotz der massiven Abwerbung von Beratungspersonal durch DV (65 %) ununterbrochen ihren Dienst, eine, nämlich Landshut, nahm ihn am 01.07.2001 wieder auf. Zum 01.01.2002 waren die Stellen nach dem ursprünglichen Personalschlüssel wieder voll besetzt. „Die Kirche hat nie aufgehört, Frauen und Familien zu beraten, auch nicht in Konfliktsituationen“, zieht Diözesancaritasdirektor Monsignore Bernhard Piendl Bilanz (Bischöfliche Presse- und Medienabteilung, 16.09.2008). Donum vitae eröffnete in Konkurrenz zu den katholischen Beratungsstellen zunächst 17 und später in Freising seine 18. pseudo-„katholisch“ geprägte Beratungsstelle in Bayern.
Der Presse wurde eine Gegenerklärung, u. a. unterzeichnet von den früheren ZdK-Präsidenten Vogel und Maier und der ehemaligen ZdK-Vizepräsidentin Schavan, übergeben, in der erklärt wird: ‚
Donum Vitae ist eine Vereinigung in der Rechtsform eines privaten Vereins, die nur das bürgerliche Koalitionsrecht für sich beansprucht und deshalb keinerlei bischöfliche Anerkennung erwartet. Aber deshalb ist sie keine Vereinigung außerhalb der katholischen Kirche. Die meisten Mitglieder von Donum Vitae sind engagierte Mitglieder der katholischen Kirche; wie kann dann deren Vereinigung außerhalb der Kirche stehen? Der Verein erwarte „keinerlei bischöfliche Anerkennung“ FAZ-Redakteur Patrick Bahners schreibt: „Solche Bescheidenheit verschlägt die Sprache: Man verzichtet auf ausdrückliche Anerkennung und geht darüber hinweg, dass eine ausdrückliche kirchenamtliche Missbilligung vorliegt.“ (FAZ v. 9.09.06). Im sicheren Wissen, dass ihr kirchenwidriges Tun keinerlei Konsequenzen nach sich zieht - nicht einmal der entschiedenste Gegner von DV im Episkopat, der Kölner Erzbischof Kardinal Meisner, würde „Sanktionen“ empfehlen (DT 29.06.06) - halten sie die Verlautbarung der Bischöfe für reine Rhetorik: „Wir verstehen diese Erklärung als das bischöfliche Bemühen um die Einheit der Kirche, um so den Erwartungen des Apostolischen Stuhls abschließend entsprochen zu haben.“ Die Unterzeichner nehmen für sich in Anspruch, „im eigenen Namen als Staatsbürger, die von ihrem christlichen Gewissen geleitet werden“, zu handeln. Dabei vergessen sie, dass DV, initiiert vom ZdK, mit dessen Zustimmung und Unterstützung, von führenden ZdK-Mitgliedern gegründet wurde.

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